“Wer Waffen in der Hand hält, lege sie nieder, und wer die Macht hat, Kriege zu beginnen, der entscheide sich für den Frieden.” Mit diesen eindringlichen Worten setzte der Vorsitzende der Kreiskriegervereinigung Eichstätt-Land, Andreas Husterer, ein Zeichen für Frieden auf der Welt auf der diesjährigen Kreiskriegerwallfahrt in Nassenfels. Der Friede sollte aber nicht erzwungen werden, sondern im Dialog entstehen. Die Pflege einer Erinnerungskultur mit solchen Veranstaltungen war für ihn ein elementarer Grundstein für ein friedvolles Zusammenleben. Gleichzeitig sollte an einem solchen Tag in Ehrfurcht der unzähligen Kameraden gedacht werden, die in kriegerischen Auseinandersetzungen gefallen sind oder immer noch vermisst werden. In Nassenfels galt das Gedenken vorrangig den in beiden Weltkriegen gefallenen Soldaten aus dem Gemeindebereich.
Bereits am frühen Sonntagmorgen trafen sich zahlreiche Krieger- und Soldatenvereine am neuen Gemeinschaftshaus in Nassenfels. Mit einem Kirchenzug gingen sie von dort zum Marktplatz, an dem ein symbolisches Kriegerdenkmal aufgebaut war. Das Original befindet sich im Kircheneingang. Angeführt wurden sie durch die Schuttertaler Musikanten. Der Vorsitzende des Ortsvereins “Kameradschaftsverein Nassenfels”, Markus Hollinger, begrüßte die Wallfahrer.
“Dieser Tag führt Menschen aus den Gemeinden des gesamten Landkreises, aus Vereinen, aus Traditionen und aus Familien zusammen, die Verantwortung tragen und Erinnerung erhalten”, stellte der Bürgermeister Marco Spreng (CSU) heraus. Die Wallfahrt erinnere daran, dass der Frieden keine Selbstverständlichkeit sei. In einer immer unruhiger werdenden Zeit mahne sie zur Wachsamkeit. Die anwesenden Vereine leisteten damit einen wichtigen Beitrag für die Gemeinschaft, den Zusammenhalt und die Heimatpflege.
“Wir alle haben heute die heimatlichen Wege verlassen und uns zu dieser Wallfahrt an die Gedenkstätte in Nassenfels aufgemacht, um für den Frieden einzustehen”, erinnerte Husterer. Eine über 50-jährige Tradition des Gedenkens an die Gefallenen der Kriege wurde dort weitergeführt. Er begrüßte dazu Ehrengäste wie den Altbürgermeister Andreas Husterer senior, die Landtagsabgeordnete Tanja Schorer-Dremel (CSU), den stellvertretenden Landrat Sven John (SPD) und den ehemaligen Bezirksrat Reinhard Eichinger (CSU), sowie den Nachbarbürgermeister und Vorsitzenden des Volksbunds der Deutschen Kriegsgräberfürsorge, Johannes Schneider (CSU).
Auf den Weg gemacht hatte sich auch die “Patrona Bavarie auf der Prozessionsstange”. Das Symbol und Wahrzeichen für das Engagement der Kreiskriegervereinigung für Frieden, Freiheit und Demokratie war vor sechs Jahren in Hitzhofen eingeführt worden und begleitet jede Veranstaltung der Vereinigung. Turnusgemäß wurde sie vom letztjährigen Ausrichter dem Krieger- und Soldatenverein Möckenlohe, an Nassenfels übergeben. Der Vorsitzende aus Möckenlohe, Franz Fuchs, übergab sie an den örtlichen Vorsitzenden, Markus Hollinger. Sie wird in der Kirche St. Nikolaus einen würdigen Platz erhalten und nach dem Jahresverlauf an den Kameradenverein in Pietenfeld weitergegeben. Hollinger, Spreng und Husterer legten einen Kranz nieder. Pfarrer Slawomir Gluchowski segnete die Gedenkstätte.
Zum Abschluss der Gedenkfeier zelebrierte er auch den Festgottesdienst, der eine besondere musikalische Gestaltung durch die Schuttertaler Musikanten erhielt. Sie hatten jeweils Elemente der Schubertmesse und Lieder aus dem Gotteslob kombiniert und dem festlichen Anlass einen Glanzpunkt verliehen.
